Die Mönchsregel des heiligen Benedikt

Benedikt von Nursia Der hl. Benedikt, um 480 in Nursia geboren, gilt als Vater des abendländischen Mönchtums.

Er verließ als junger Student die verkommene Stadt Rom und ließ sich als Einsiedler in einer Höhle bei Subiaco nieder. Als sich Schüler um ihn sammelten, begann er mit ihnen ein klösterliches Gemeinschaftsleben.

Benedikt verfasste eine Regel, in die er die Tradition der mönchischen Bewegung des 4. und 5. Jh. aufnahm. Sie versteht sich als ‚Lebensregel’ und will das Leben einer Gemeinschaft in der Gottsuche Gleichgesinnter regeln, ermöglichen, verwirklichen, entfalten und bewahren helfen.

Benediktregel Die 73 Kapitel der Benediktsregel enthalten allgemeine Grundsätze geistlicher Lehre und zugleich konkrete Anweisungen zur Gestaltung eines Gemeinschaftslebens im Geiste des Evangeliums. Aus ihnen spricht eine große Offenheit und eine weise Maßhaltung.

Die gemeinsame Suche nach Gott ist das Leitmotiv des Mönchtums. Diese gemeinsame Gottsuche bedarf der rechten Ordnung, der gemeinsamen Zeiten des Betens und Arbeitens, des Essens und Schlafens. Obwohl Benedikt die Gleichheit aller vor Gott und die Gemeinsamkeit des Besitzes betont, nimmt er zugleich auf die Verschiedenheiten der Einzelnen, ihre Bedürfnisse und Schwächen Rücksicht.

Als geistliche Grundlage betont der hl. Benedikt:

  • den Gehorsam als Suche nach dem Willen Gottes im Hier und Jetzt
  • die Demut als Weg zur inneren Wahrheit und vollkommenen Liebe in der Nachahmung des gekreuzigten Christus
  • die Beständigkeit, durch die der Mönch beharrlich auf diesem Weg und in seiner Gemeinschaft bleibt