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Bibliolog im Kloster Marienrode

Am 18. November 2017 von 15.30 bis 17.00 Uhr findet wieder ein Bibliolog im Exerzitienhaus Kloster Marienrode statt: Anvertraute Talente (Mt 25,14 - 30). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Gipfelerlebnisse

Wer schon einmal auf dem Gipfel eines Berges stand, der kennt das wunderbare Gefühl:
„Fels ist bezwungen, frei atmen Lungen, ach wie so schön ist die Welt!“
Man ist dem Himmel so nah, alle Mühsal vergessen!

Zu ganz besonderen Gipfelerlebnissen in der Hl. Schrift lud Schwester Christiane am 19. September 2017 in den Pilgersaal nach Marienrode ein.
Vierzehn Frauen aus fast allen Teilen unserer Pfarrgemeinde folgten dieser Einladung und erlebten eine Reise ins Land der Bibel zu herausragenden Orten, zu Bergen im Alten und Neuen Testament und zu Menschen, die dort besondere Gipfelerlebnisse hatten.

Zuerst begegnen wir Abraham und hören die Verheißung, die Gott ihm zusagt: So zahlreich wie die Staubkörner in der Wüste und die Sterne am Firmament sind, so zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein.
Doch dann folgt der schwere Gang Abrahams mit seinem Sohn Isaak auf den Berg Moria. Dort soll, will Abraham den Sohn opfern, aber Gott rettet Isaak. Was für ein Gipfelerlebnis für Abraham!
Der Name „Moria“ kommt in der Heiligen Schrift noch einmal vor, im 2. Buch der Chronik. Dort bezeichnet er den Berg, auf dem in Jerusalem König Salomo den Tempel baute, den Tempelberg. Juden, Christen und Muslime nehmen an, dass beide Berge die gleichen sind.

Mit Mose nähern wir uns dem heiligen Berg Horeb auf dem Sinai und machen uns mit ihm und dem Volk Israel auf den Weg durch die Wüste bis zum Berg Nebo in Jordanien, von dem aus Mose einen Blick in das Land der Verheißung werfen durfte.
Anschaulich verdeutlicht uns Schwester Christiane durch Landkarten und Fotos die Lage der Berge und viele von uns erinnern sich an ihre Reisen nach Israel, besonders an die Reise mit Bruder Godehard im Jahre 1989.
Zu den Bergen liest uns Schwester Christiane die passenden Stellen aus der Hl. Schrift vor, die jetzt noch viel klarer und lebendiger wirken.

Neben Mose hat der Prophet Elias eine wichtige Erfahrung am Berg Horeb gemacht: Der Gott, der sein Volk aus Ägypten befreit hat und die Regeln des Bundes hier gegeben hat, dieser Gott will dem Menschen nahe sein, nicht mit Gewalt, Feuer und Sturm, sondern im sanften Säuseln eines kaum wahrnehmbaren Windes! In der Stille Gott begegnen!

Das ist auch der Weg Jesu im Neuen Testament. Auch hier spielen Berge eine „herausragende“ Rolle.
Jesus empfängt Gottes Auftrag auf einem Berg in der Wüste vor Jericho und wird Versuchungen ausgesetzt:
Steine zu Brot machen, das meint wohl, Wunder zum eigenen Vorteil zu wirken.
Sich von der Zinne des Tempels stürzen – sich selbst ins rechte Licht zu rücken, Sensationslüste zu befriedigen und so die Massen zu beeindrucken!
Niederfallen vor Satan und alle Weltreiche gewinnen – die eigene Sucht nach Macht, Reichtum und Herrschaft zu befriedigen!
Jesus widersteht allem!
In der Stille gehen wir diesen Versuchungen nach, suchen persönliche Bezüge, Fragen, Gebete …

Wir imaginieren weitere Bergerlebnisse Jesu: Er geht in die Stille auf einen Berg, um Gott nahe zu sein, um zu beten, um sich ganz auf Gott einzulassen. Daraus schöpft er Kraft und Mut.
Auf dem Berg Tabor wird er verklärt und von Gott als Sohn bezeugt.
Es erstaunt uns, dass in der theologischen Forschung überlegt wird, ob dieses Ereignis der Verklärung nicht in das Grenzgebiet Israels mit Syrien, auf den Berg Hermon verortet werden sollte, da Jesus sich zuvor in der Nähe von Cäsarea Philippi, also dort im Norden Israels, aufgehalten hat, wie uns die Evangelien berichten.
In einem Bibliolog versetzen wir uns in dieses Ereignis, lassen die Jünger sprechen und kommen so dem Text immer näher, tragen ihn in unser persönliches Leben.
So wie die Jünger von der Höhe des Berges wieder ins Tal hinabsteigen müssen, in den Alltag mit all seinen Herausforderungen, so müssen auch wir im Leben immer wieder von den „Hoch – Zeiten“ frohmachender Erfahrungen hinunter in die Zeiten des Alltags steigen. Das ist oft nicht einfach, aber Jesus macht Mut: Ich gehe den Weg mit und ich verlasse euch nie.
Am Nachmittag , in der Zeit der Stille für „Gipfelerlebnisse“, können wir all den Impulsen des Tages, den Bildern und Schrifttexten nachspüren, meditieren, Ruhe finden und Kraft tanken.

Ein gelungener Einkehrtag, abwechslungsreich und lebendig durch Stilleübungen, Bilder, Gespräche, Lieder und Gebete, Mittagshore in der Kirche, durch Bibliolog und Meditation - nicht zu vergessen das gemeinsame Mittagessen, Spazierengehen und Stöbern im Klosterladen -
ließ uns heiter von diesem besonderen Gipfelerlebnis hinab nach Hause ziehen.

Vielen Dank, Schwester Christiane! Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Einkehrtag in Marienrode!

Anita Goriß


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