Aktuelles

Bibliolog im Kloster Marienrode

Am 16. Oktober 2021 von 15.30 bis 17.00 Uhr findet wieder ein Bibliolog im Exerzitienhaus Kloster Marienrode statt: Das wichtigste Gebot (Mk 12, 28-24).
Wegen der Corona Beschränkungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung erforderlich.
Der 3G-Nachweis (genesen, geimpft oder getestet) ist notwendig.

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“Der Herr ist mein Hirte!“

Am 22.09.2015 trafen sich 16 Gemeindemitglieder aus St. Altfrid/Ochtersum, St. Godehard/Innenstadt-Gemeinde, St. Mauritius/Moritzberg, St. Michael/Marienrode, St. Nikolaus/Barienrode und Gesamt-gemeinde/Lamspringe in Marienrode zu einem Einkehrtag mit dem Thema: “Der Herr ist mein Hirte!“ (Ps 23).

In der Begrüßungsrunde, begleitet von Schw. Christiane Roth OSB, war es nicht überraschend, dass alle TN den Ps 23 nicht nur kannten, sondern für viele TN ist es der Lieblingsspalm, weil er Vertrauen und Hoffnung vermittelt.
Dennoch waren die Erwartungen der TN groß: Ich möchte meine Beziehung zum Hirten (Jesus Christus) vertiefen; ich komme aus der Hektik des Alltags und möchte mich zum Ruheplatz am Wasser führen lassen, um neue Lebenskraft in mir zu spüren etc.
Zu Beginn gab Schw. Christiane einen Impuls über die Bedeutung des Hirte seins in der Hl. Schrift im AT und NT. Im Mittelpunkt stand König David, seine Berufung, sein Amt als Hirte, seine Auf und Ab’s in seinem persönlichen Leben.
Die TN durften ihre eigenen Kenntnisse und Erfahrungen, die sie mit dem Hirte sein verbinden auf gelbe Zettelstreifen notieren und in die Mitte des Stuhlkreises dem Hirten – Jesus Christus - hinlegen.
Eine Diaschau über bekannte Kunstwerke des Guten Hirten, umrahmt von ausgewählten Schrifttexten und verschiedenen musikalischen Vertonungen des Liedes: „ Der Herr ist mein Hirte!“ wurde von den TN aus vollem Herzen mitgesungen und führte uns anschließend direkt zum Mittagsgebet der Schwestern in die Klosterkirche.
„Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde (meiner Ängste, meiner Sorgen, meiner Daseins-Not in jeder Hinsicht etc.)“ bewahrheitete sich als wir den Speisesaal betraten. Das Mittagessen war mit viel Liebe für uns bereitet. Dank dem Küchenpersonal – die Gastgeber anstelle Gottes!
Während der Mittagspause konnten die TN sich gegenseitig austauschen in den Nischen des Flures sitzen, spazieren gehen und in Ruhe im Klosterladen stöbern.
Nach der Kaffeepause wurde es sehr spannend, denn der Ps 23: “Der Herr ist mein Hirte!“ sollte lebendig und gegenwärtig werden, anhand des Bibliologs, in den Schw. Christiane uns kurz einführte.
Als Einstieg erzählte sie uns eine Situation, wie sie sich vor 2000 Jahren im Land Palästina zugetragen hat: Ein Vater zieht mit seiner ganzen Familie und Verwandtschaft durch die Wüste zum Tempel nach Jerusalem.
Die TN durften sich in die jeweiligen Personen hineinversetzen und in dieser Rolle ihr Befinden und ihre Gefühle äußern. Es war spannend, wie die TN diese Wanderung der Familie nachvollziehen konnte und sie mit ihrem eigene Leben verband.
Mit viel Empathie ist Schw. Christiane mit diesen Äußerungen und Gefühlen der TN umgegangen und hat sie geschickt wiederholt und weiterformuliert. Zwischendurch wurde auch kräftig gelacht, denn hier war keine theoretische Abhandlung des Ps 23 zu hören, sondern der konkrete Alltag der TN. Die TN haben unbewußt, das „weiße Feuer“ mit ihren Aussagen lichterloh zum Brennen gebracht.
In der nachfolgenden Reflexion konnten die Teilnehmer über ihre Erfahrungen mit dem Bibliolog berichten.
Während der Mittagszeit hatte Schw. Christiane vier Orte des Ps 23: „Der Herr ist mein Hirte!“ anschaulich aufgebaut.
Die TN durften sich schweigend den Ort wählen, der für sie im gegenwärtigen Augenblick mit ihrer Sehn-sucht übereinstimmte, ihre Zustimmung fand, ein Ort der Ruhe, der Geborgenheit ausstrahlte, aber auch Unverständnis aufkommen ließ, ja Widerspruch erzeugte. Bei Bedarf konnten Texte zu Hilfe genommen werden, die auf den Tischen auslagen.
In der Abschlussrunde waren sich alle TN einig: Schw. Christiane hat uns mitten ins Herz getroffen, hat die Person Jesus Christus für uns sichtbar werden lassen in all ihren Vorbereitungen für diesen Tag. Sie hat uns geholfen über unseren Glauben sprechen zu lernen, die eigene Lebensgeschichte in den biblischen Lebensgeschichten wieder zu erkennen. Der Gegenwart Gottes im eigenen Leben auf die Spur zu kommen und dabei den eigenen Glauben zu reflektieren. So spürten wir die Verheißung Gottes: …ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben!“ (Joh. 10,10)
So wollen wir wie Petrus Zeugnis geben: „ Wir können unmöglich schweigen über das, was wir bei Schw. Christiane gehört und gesehen haben.“ (Apg. 4,20)
(Marie-Luise Engelmann)


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